Eigentlich wollte ich es mir ja bei eBay ersteigern. Aber 550,- Euro im Durchschnitt fand ich dann doch relativ teuer für gebrauchtes Fisheye. Manche der angebotenen Objektive waren zwei Jahre und älter, also keine Garantie. Nikon empfiehlt unverbindlich einen Preis von 989,- für das Nikkor 10,5. Der günstigste reale Preis im Internet beträgt immerhin € 639,- (fotokonijnenberg.de) – schon besser. Ca. 700,- Euro verlangen die Händler im Schnitt. Bei Saturn (Köln, Hohe Straße) sollte das gute Stück für stolze 850,- Euro den Besitzer wechseln. Für € 698,- bot Foto Gregor am Neumarkt mir das Objektiv an – zugeschlagen. 150,- Euro mehr als bei eBay, dafür fabrikneu und mit Garantie. So sieht das gute Stück aus:
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Für mich standen von Anfang an lediglich 2 Fisheye Objektive auf der Wunschliste: Entweder sollte es das 4,5mm Fisheye von Sigma oder eben 10,5mm von Nikon sein. Ich habe mich für das Nikon entschieden, weil ich damit mehr Pixel auf dem kleinen Sensor bekomme. Außerdem ist das Nikkor unschlagbar kompakt gebaut und hat mit nur 300 Gramm einen Gewichtsvorteil von 170 Gramm gegenüber dem 4,5mm. Wie kompakt das 10,5 mm Objektiv ist, wird deutlich, wenn es neben dem 18-300 mm Reisezoom posiert:
Selbst neben dem 200g leichten 35 mm Normalobjektiv wirkt 10,5 mm immer noch zierlich, die 100g mehr sieht man dem Objektiv nicht an:
Die Bezeichnung:
AF DX Fisheye NIKKOR 10,5 mm 1:2,8G ED
- AF = Autofokus (kein AF-S! Ist in der Kamera kein Motor für den Autofokus verbaut, dann muss manuell fokussiert werden)
- DX = Sensorformat = APS-C oder kleiner Sensor, was nicht heißt, dass Objektive mit dieser Bezeichnung nicht an FX (großer Sensor o. Vollformat) genutzt werden können oder umgekehrt
- Fisheye Nikkor 10,5 mm = Fischaugenobjektiv mit 10,5 mm Brennweite
- 1:2,8 = Lichtstärke (Lichtdurchlässigkeit des Objektivs | 1/kleinster Blendenwert)
- G = Objektiv hat keinen Blendenring. Blendeneinstellung erfolgt am Kameragehäuse
- ED = Extra-low Dispersion, es wird besonderes Glas verwendet, welches die Schärfe verbessern und Farbfehler minimieren soll
Die ersten Schnappschüsse:
Blick aus meinen Wohnzimmerfenster:
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Zum Vergleich:
Gleiches Fenster, gleicher Abstand – nur diesmal mit dem 35 mm Normalobjektiv:
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Zum Rand hin krumm…
eine typische Eigenschaft:
Linen, die durch die Mitte verlaufen (horizontal & vertikal), werden nicht gebogen.
Aus der Mitte heraus, wird der Signalmast verkümmt abgebildet.
Je näher Linien am Bildrand liegen, je deutlicher wird die Krümmung.
…in der Praxis:
![Küche könnte man mal... [10,5 mm Fisheye] Küche könnte man mal... [10,5 mm Fisheye]](http://xurzon.com/wp-content/uploads/2012/09/DSC_0075-150x150.jpg)
![Deutzer Hafen - krumm [10,5 mm Fisheye, Nikon] Deutzer Hafen - krumm [10,5 mm Fisheye, Nikon]](http://xurzon.com/wp-content/uploads/2012/09/DSC_0252-150x150.jpg)
![Deutzer Hafen [10,5 mm Fisheye, Nikon] Deutzer Hafen [10,5 mm Fisheye, Nikon]](http://xurzon.com/wp-content/uploads/2012/09/DSC_0253-150x150.jpg)
![Severinsbrücke [Nikon 10,5 mm Fisheye] Severinsbrücke [Nikon 10,5 mm Fisheye]](http://xurzon.com/wp-content/uploads/2012/09/DSC_0303-150x150.jpg)
In großer Auflösung 1920px x 1280px: Foto 1 | Foto 2 | Foto 3 | Foto 4
Im Auto:
Auch während der Fahrt liefert das Nikkor nicht alltägliche Bildwinkel:
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…und mit kleiner Blende:
Schöne Bewegungsschärfe:
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Fazit:
Ich bin begeistert! Zwar kann ich an meiner kleinen 3100er den Autofokus des 10,5 mm Objektivs nicht nutzen, aber was solls! Früher hat es ja auch ohne funktioniert! Der Bildwinkel 180° (diagonal) ist krass. Wer im Hochformat knipst, der muss das nach oben weg machen, sofern Schuhe, Bierbauch oder Vorbau nicht mit aufs Foto sollen. Fotografiert man senkrecht in den Himmel, kommt (in den Ecken) alles mit aufs Bild, was die Linse überragt. Kamera halten und sich selbst fotografieren? Beim Fisheye kann man die Familie um sich versammeln, die passt dann auch noch mit aufs Bild! Dazu kommt noch, die extrem kompakte Bauweise und das mit Abstand geringste Gewicht unter den Fischaugenobjektiven! Mehr als 1.000 Auslösungen habe ich in den letzten 24 Stunden gemacht – mehr muss man nicht sagen…
Kleiner Nachtrag…
Am Wochenende hatte ich ein wenig Zeit, das Fisheye etwas länger auszuprobieren. Hier noch ein paar Fotos:
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Die letzten Fotos zeigen sehr schön, was man mit dem Fisheye-Objektiv so anstellen kann. Der Bildwinkel ist enorm. Man muss permanent aufpassen, dass die eigenen Füße oder andere Körperteile nicht mit aufs Bild kommen. Die knapp 700,- Euro für dieses Objektiv halte ich für angemessen. Nicht nur die Qualität überzeugt, auch die kompakte und leichte Bauweise des Nikon Fisheyes hat es mir angetan. Eine echte Alternative gibt es nicht. Einzig und allein das 4,5 mm Sigma Fisheye würde mich noch reizen. Einziger Wermutstropfen: Meine schnucklige 3100er hat keinen Motor für den Autofokus…














![Bewegungsschärfe Blende F/22 | ISO 100 | 1/6 Sek. [Nikon 10,5 mm] Bewegungsschärfe Blende F/22 | ISO 100 | 1/6 Sek. [Nikon 10,5 mm]](http://xurzon.com/wp-content/uploads/2012/09/DSC_0410_768.jpg)















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