Zwischenbericht: 6 Monate „Geld verdienen mit Fotos“

Hund mit Plastikkamera
© javier brosch – Fotolia.com

Der letzter Zwischenbericht zum Geld verdienen mit Fotos ist nun schon ein paar Tage her. „18 Fotos und 60 Cent damit verdient…“ (zum Artikel →) lautete die Überschrift. Das war am 9. Juli. Seitdem sind fast drei Monate ins Land gezogen. Konsequenterweise müsste heute die Überschrift lauten: „35 Fotos und 4,40 Euro damit verdient…“ – das wäre zumindest der Zwischenstand bei Aboutpixel. So langsam kommt der Stein jetzt auch bei Fotolia ins Rollen: 24 akzeptierte Bilddateien brachten ungefähr die gleiche Summe (3,43 Credits) ein. Insgesamt läuft das Experiment „Geld verdienen als Hobbyfotograf“ nun bereits 6 Monate. Die ersten drei Monate waren wirklich mau, da ist so gut wie gar nichts passiert. Doch so langsam tut sich was…

Warum werden meine Fotos bei Fotolia und Co. abgelehnt?

Eine häufig gestellte Frage, die eigentlich sehr leicht zu beantworten ist: Weil die Qualität der hochgeladenen Fotos nicht den Anforderungen entspricht. Fokus, Anschnitt, Schärfe, Belichtung, Motiv irgendetwas gibt es scheinbar immer zu bemängeln. Ob man das hochgeladene Werk selbst gut findet, ist belanglos. Es hilft, die Fotos noch einmal ganz objektiv zu betrachten. Meist kommt man auf dem zweiten oder dritten Blick zum gleichen Ergebnis, wie der Bildmoderator. Natürlich kommt es auch vor, dass ein Foto den persönlichen Geschmack eines Bildmoderators nicht trifft. Zumindest habe ich bereits öfters die Erfahrung gemacht, dass Fotolia ein Bild ablehnt, während Aboutpixel das gleiche Bild annimmt und umgekehrt. Selbst wenn die Fotos permanent abgelehnt werden, ist das noch lange kein Grund aufzugeben…

Weitere Stock-Foto-Agenturen

Seit ein paar Tagen gibt es auf Xurzon.com die Seite „Geld verdienen mit Fotos“ in der Rubrik „Geld verdienen (im Internet) ohne Homepage“. Auf dieser Seite sind neben Aboutpixel und Fotolia noch 8 weitere Stock-Foto-Agenturen zu finden. Werden die Fotos bei allen Anbietern hochgeladen, kann der Verdienst dadurch vervielfacht werden (zur Anbieterübersicht →). Ich werde damit allerdings noch so lange warten, bis ich mindestens 100 akzeptierte Fotos bei einem Anbieter habe, damit sich die Sache etwas besser lohnt. Ob ich in den letzten 6 Monaten 8,- oder 32,- Euro verdient hätte, ist mir in Relation zum Zeitaufwand wirklich schnuppe.

Die Ausrüstung

…muss keinesfalls teuer sein, denn eine teure Ausrüstung ist noch lange keine Garantie für gute Fotos. Ein paar bekannte Anekdoten und Zitate dazu:

Helmut Newton im Restaurant:
Der Koch: „Ihre Fotos gefallen mir, Sie haben bestimmt eine gute Kamera.“
Newton nach dem Essen: „Das Essen war vorzüglich – Sie haben bestimmt gute Töpfe.“

„Klar war die Ausrüstung teuer und ich mache keine besseren Bilder dadurch. Aber ich habe jetzt mehr Spass an meinen schlechten Bildern.“ Heiko Kanzler

„Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.“ Andreas Feininger

„Die ersten 10.000 Aufnahmen sind die schlechtesten.“
Helmut Newton

„Der Amateur sorgt sich um die richtige Ausrüstung, der Profi sorgt sich ums Geld und der Meister sorgt sich ums Licht.“
Georg IR B.

Und irgendwie passt dazu auch, was mir ein älterer Fotograf im Fotogeschäft erzählt hatte, der ungefähre Wortlaut: „Früher mussten wir auf den Sportwettkämpfen vorher überlegen, was wir fotografieren wollten und wann. Blende, Fokus, Verschlusszeit. Kein Autofokus und ISO 3200 – heute wird ja alles eingefroren. Bewegungsschärfe und auch nicht immer exakt fokussiert – sah trotzdem geil aus!“

Mit dem Gedanken gespielt, mir eine bessere Kamera zuzulegen habe ich schon öfters. Vor allem das Pixelrauschen bei der D3100 ist störend und lässt sich bei schlechtem Licht und höheren ISO-Werten kaum verhindern, da nützt auch das lichtstärkste Objektiv nichts. Aber ich lass es lieber bleiben. Auch die kleine D3100 macht schöne Fotos…

Beispielbilder:

Liebesschlösser an der HohenzollernbrückeBlume auf Wiese vor Esso Tankstelle

Beide Fotos wurden mit einer D3100 und dem AF-S DX NIKKOR 35 mm 1:1,8G aufgenommen. (Blende F/1.8 | 1/4000 Sek. | ISO-100) Diese Ausrüstung ist gebraucht für etwa 300 Euro erhältlich, neu wären dafür ca. 500,- Euro fällig. Wobei ich sagen muss, das ich absolut auf Nikon fixiert bin – keine Ahnung warum… Messwerttechnisch gibt es mit Sicherheit bessere Alternativen. Und in der 500,- Euro-Klasse würde ich, wenn es denn Nikon sein soll, die D5100 empfehlen!

Fazit:

Nach wie vor bin ich mit Spaß bei der Sache, nach wie vor ist mir noch nicht der große Wurf gelungen und nach wie vor bin ich der Meinung, bis Weihnachten den ersten 10er mit meinen Fotos verdient zu haben!

Durch Recherche in diversen Fotoblogs, konnte ich in Erfahrung bringen, dass Einnahmen von 1.000,- Euro und mehr pro Monat durch Stock-Fotos durchaus machbar sind. Allerdings: Die Fotografen sind sehr viel versierter und laden täglich viele Werke hoch. Und noch etwas konnte ich in Erfahrung bringen: Am meisten verdienen lässt sich wohl bei Fotolia, gefolgt von Shutterstock.

PS: Die Kamera, die der Hund um den Hals hängen hat, ist eine Diana. Genauer genommen ein Nachbau der Diana. Die Kamera wurde ursprünglich in den 60er Jahren in Hongkong von der Great Wall Plastic Factory produziert und ist eine simple Plastikkamera ohne technischen Schnick-Schnack. Der Nachbau ist im Shop auf lomography.com für ca. 40,- Euro erhältlich. Weitere Informationen →

 

8 Gedanken zu „Zwischenbericht: 6 Monate „Geld verdienen mit Fotos““

  1. Wie läuft das mit den Bildrechten? Meine Fotos sind ansonsten alle bei flickr unter CC-Lizenz zu finden. Das heißt also, ich müsste Fotos die ich bei Fotolia und Co einstelle, vorher bei Flickr einer anderen Lizenzart zuordnen?

    1. Hallo Thorsten,

      mir selbst fällt es schwer, im Lizenz-Wirrwarr den Überblick zu behalten. Die CC-Lizenz schließt eine kommerzielle Nutzung deiner Werke aus. Meiner Meinung nach spricht also nichts dagegen, wenn Deine Werke weiterhin bei flickr unter CC-Lizenz zu finden sind, wohingegen bei Fotolia und Co. für eine erweiterte Lizenz gezahlt werden muss. Nur wenn Du Fotos exklusiv über Fotolia vertreiben möchtest, könnte es Schwierigkeiten geben. Die Käufer der Stock-Fotos erhalten ohnehin „nicht-exklusive“ Nutzungsrechte, also würde nach meinem Verständnis alles in Ordnung gehen, wenn dein Fotos bei flickr die bisherige Lizenzart behalten. Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich einfach beim Support einer Stock-Foto-Agentur nachfragen, die müssen es ja wissen.

      Habe grade gelesen, dass Du stolzer Besitzer zweier lichtstarker Sigma Festbrennweiten bist. Das 30mm würde mich auch interessieren, wie ist deine Meinung zu dem Objektiv? Lohnt es, oder kann man beim 35mm von Nikon bleiben – das ist nämlich so schön kompakt…

      LG Günter

  2. Ich habe auch einen Foto, leider ist der nicht so teuer gewesen. Bei meinen Recherchen über das Hochladen von Bilder zu Fotoagenturen habe ich herausgefunden, dass die Qualität der Bilder das Mass aller Dinge ist. D.h. mit billigen Fotos braucht man das gar nicht erst zu probieren. Diese Bilder werden dann in der Regel abgehlehnt.

  3. Klasse Artikel! Über das Newton Zitat habe ich sehr gelacht 🙂 wir haben eine Agentur jetzt für jeden ins Leben gerufen – wer Lust hat mitzumachen und Geld zu verdienen ist herzlich willkommen – den Preis in der Exklusiv Lizenz kann man bei uns selbst bestimmen. Hier findet ihr weitere Infos: http://www.twopapp.com und abgelehnt (falls es nicht pornografisch… etc ist) wird bei uns nichts. Liebe Grüße, bernd

  4. Hallo Günther,

    wenn Du genauer wissen willst, warum viele Deiner Fotos abgelehnt werden, interessiert Dich vielleicht meine Serie „Pimp My Stock!“, entweder passiv zum Lesen oder aktiv mit einer Analyse der eigenen Fotos.

    Mach’s gut,
    Robert

  5. Na bei diesen Einnahmen wäre vielleicht auch mal Piqza eine Überlegung wert. Für Konsumenten ist die Seite kostenlos, Fotografen bekommen pro angenommenem Foto allerdings einmalig 2Euro. Das wäre dann schon mehr als du bei den Agenturen in einem halben Jahr verdienst und du könntest die Bilder ja auf beiden Portalen hochladen

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